Pogo-Anarchie

Der Abschnitt über die Pogo-Anarchie ist inzwischen wegen mangelnder Relevanz und Quellenangaben aus der Wikipedia gelöscht worden. Wir haben ihn für euch aus dem Archiv gekramt.


Pogo-Anarchismus entstand in den 1980er Jahren in Westdeutschland im Umfeld der Punkszene. Nach den Leitgedanken des Pogo-Anarchismus (oder auch Pogoanarchismus) ist ein Leben in Müßiggang, erfüllter Sexualität, ausschweifendem Konsum, unter anderem von Rauschmitteln bei gleichzeitiger geistiger Rückentwicklung, Zielvorstellung eines gesellschaftlichen Lebens. Viele Anarchisten sehen den Pogoanarchismus kritisch, da die weltanschauliche Ausrichtung des Anarchismus verschieden von der des Pogo-Anarchismus ist. So wird befürchtet, dass sich ein falsches Bild von Anarchie als Synonym für Chaos unter der Bevölkerung manifestiere. Pogoanarchisten halten dem entgegen, dass diese Klischees auch schon vor der Entstehung des Pogoanarchismus existierten. Der Pogo-Anarchismus lässt sich nicht in gängige anarchistische Theorien einordnen. Auch Pogoanarchisten selbst streiten diese Zuordnung ab. Der Pogo-Anarchismus unterscheidet sich gegenüber dem klassischen Anarchismus dahingehend, als er individuelles Gewinnstreben und Monopolbildung nicht als gesellschaftsfeindlich, sondern im Gegenteil als Ausdruck einer gesunden, weil machtgierigen, lustorientierten Gesellschaft betrachtet. Auch durch die Duldung und Propagierung von Faulheit und Arbeitsunwilligkeit grenzt sich der Pogo-Anarchismus gegenüber dem klassischen Anarchismus ab. Gleiches gilt für die Bewertung von Bildung und Wissenschaft, die anders als im klassischen Anarchismus, abgelehnt werden. 

Theorie und Ziele


Pogo-Rassismus

Da das deutsche Grundgesetz die Existenz der Kategorie Rasse bei Menschen entgegen dem Stand der biologischen Wissenschaft bis heute in Artikel 3 beibehält, wurde der so genannte Pogo-Rassismus in die Grundsätze des Gesamtwerks Pogo-Anarchie aufgenommen. Dieser Pogo-Rassismus wird von den Pogo-Anarchisten vom klassischen, völkischen Rassismus insofern unterschieden, als die Unterscheidung der Pogo-Rassen nicht auf äußerlichen Merkmalen wie der Pigmentierung der Haut oder der Form des Schädels, sondern auf der Neigung beruht, das eigene Leben zu gestalten. So können Mitglieder des gleichen „Volkes“ verschiedenen Pogorassen angehören, während zugleich Menschen verschiedener „Ethnien“ zur gleichen Pogorasse gehören können. Die Einteilung erfolgt in drei Hauptpogorassen, die sich jeweils noch in Untergruppen und Übergangsformen unterscheiden lassen. Die erste Pogorasse ist die der Leistungswilligen. Das sind Menschen, die gerne bereit sind, hart und regelmäßig für sich und andere Menschen zu arbeiten. Die Mitglieder dieser Gruppe werden von den Pogo-Anarchisten im Allgemeinen als spießige, bürgerliche Workaholics betrachtet. Ihre unbedingte Notwendigkeit wird in der pogo-anarchistischen Theoriebildung allerdings durchweg bejaht, da ihre Existenz die problemlose und vor allem bequeme Versorgung der restlichen Bevölkerung sicherstellt. Die zweite Pogorasse ist die der Arbeitsscheuen und hauptsächlich Lust- und Konsumorientierten, in der Terminologie des Pogo-Anarchismus auch Asoziale, Sozialschmarotzer, Parasiten und im Besonderen häufig Asseln genannt. Darin sind alle Menschen zusammengefasst, die Arbeit verabscheuen und sich lieber der Befriedigung der eigenen Triebe und Gelüste, vor allem dem Sex und Drogenkonsum hingeben. Dieser Rasse fühlen sich die Pogo-Anarchisten in der Regel selbst zugehörig. Die dritte Pogo-Rasse ist die der Gewalttäter. Zu dieser gehören Menschen, die von ihrer Veranlagung her zur Gewalt gegen ihre Mitmenschen neigen und vor allem im Ausleben dieser Gewalt Erfüllung finden.


Balkanisierung


Auf dieser Unterscheidung beruht das Konzept der Balkanisierung, also der Trennung der verschiedenen Pogo-Rassen, da ein Leben in einer einzigen, gemeinsamen Gesellschaft nicht „artgerecht“ sei. Hingegen soll vielmehr jedem Menschen die Möglichkeit gegeben werden, gemäß seinen Vorstellungen unter Seinesgleichen zu leben. Arbeitsscheue sollen so nicht zur Arbeit gezwungen werden, während Arbeitssüchtige nicht zur Arbeitslosigkeit verurteilt sein sollen. Da die verschiedenen Mentalitäten dieser beiden Pogo-Rassen häufig zu Konflikten und Missstimmung führten, sollen beide auch vom ständigen Anblick und Erleben der jeweils anderen Lebenshaltung bewahrt werden. Allerdings wird eine pogo-anarchistische Symbiose zwischen diesen beiden Gruppen angestrebt: Der Kampf um Arbeitsplätze wird durch den Austritt der Arbeitsunwilligen entschärft und sichere Beschäftigung wird durch den exzessiven Konsum dieser Gruppe für die Arbeitswilligen erhalten. Diese sichern durch ihre Arbeitswut das bequeme und parasitäre Leben der Asozialen. Des Weiteren dient die Balkanisierung auch dem Schutz der ersten beiden Pogorassen vor den Angehörigen der Pogo-Rasse der Gewalttäter. Eine pogo-anarchistisch geführte Gesellschaft soll in drei Zonen geteilt werden: Die sichere Beschäftigungszone (SBZ) für die Pogo-Rasse der Leistungswilligen, Die Asoziale- und Parasitenzone (APZ) für die Arbeitsscheuen und den Gewalterlebnispark (GEP) für die Gewalttäter. Die drei Arten von Zonen sollen eingerichtet werden, um Konflikte zwischen den Menschen zu vermeiden. Vor allem soll jede Art körperlicher Gewalt im Gewalterlebnispark ausgeübt werden können, wo die Freunde der Gewalt unter sich sind und ihre Neigungen an sich gegenseitig völlig ungehemmt und legal ausleben können. Der Gewalterlebnispark soll in Deutschland etwa die Größe des Saarlandes haben und durch besonders hohe Betonmauern und Elektrozäune von den übrigen Zonen getrennt sein. Arbeitsscheue sollen das Recht haben, in einer APZ auf Kosten der gern arbeitenden, Sicherheit liebenden Bewohner der SBZ nur zu konsumieren und anderen lustorientierten Tätigkeiten nachzugehen. Der gegenseitige Anblick soll diesen beiden Gruppen erspart bleiben, da daraus erfahrungsgemäß unangenehme Emotionen entstehen können, die einerseits die Arbeitsmoral der sicher Beschäftigten, andererseits das Konsum- und Lusterlebnis der Asozialen und Parasiten (die durch ihr Konsumverhalten und den Verzicht auf Arbeitsplätze ihrerseits die Beschäftigung der SBZ-Bewohner sichern) schmälern.


 Rückverdummung


Die Pogo-Anarchie glaubt, der Mensch müsse sich von unnötigem Wissen lossagen. Ständige, aufgezwungene Wissensvermittlung behindere ihn in der Selbstentfaltung. Insbesondere auf die Rassen der Gewalttäter und die der Arbeitsscheuen könne sich Bildung insofern negativ auswirken, als sie die primär-primitive Lustorientierung ablegen und wieder eine komplexere Gesellschaftsform bilden könnten, die immer wieder neue Probleme hervorrufen würde. Die kognitiv relativ entwickelten SBZ-Einwohner müssten vor allem das Handwerk der Aufbereitung von Lebensmitteln – dazu gehören auch Drogen; vor allem jedoch Bier – beherrschen. Musische Fächer wie Kunst und Musik würden auch in der SBZ aus dem Lehrplan gestrichen, da sie keinen produktiven Zweck erfüllen würden. Allerdings sollen die sicheren Beschäftigungszonen auch ein Auffangbecken für Gegner des Pogo-Anarchismus sein, die dort auch die Möglichkeit erhalten sollen, höheren Tätigkeiten nachzugehen und innerhalb der Pogo-Anarchie eine Art modernen Staat aufzubauen. Die Rückverdummung ist nicht mit der von den Massenmedien angestrebten Verblödung zu verwechseln. Bestehende Bildungsinstitutionen sollten umstrukturiert werden, um auch alternative Lehrinhalte zu vermitteln. Die Abschaffung der Schulpflicht ist eine der Kernforderungen der APPD.

 Pogo-anarchistische Schriften


Die Theorie des Pogo-Anarchismus findet ihren Niederschlag in einer Vielzahl von Flugblättern, Wahlprogrammen, Internetbeiträgen und Artikeln im ''Armen Deutschland''. Wichtigste Beispiele für theoretische Abhandlungen von Pogo-Anarchisten sind: * Prinzipien und Doktrin des wissenschaftlichen Pogo-Dogmatismus * Das pogo-anarchistische Manifest (von S. Rektor)